Sonderhefte der Mainzer Geschichtsblätter

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Finanzierung und Förderung

Die Publikationen des Vereins für Sozialgeschichte werden mit Hilfe den Mitgliedsbeiträgen und externen Zuschüssen finanziert. Eine große Zahl von Mainzer Geschichtsblättern und Sonderheften wurde aus Haushaltsmitteln der Stadt Mainz unterstützt.

Der Neue Jüdische Friedhof in Mainz

Biographische Skizzen zu Familien und Personen, die hier ihre Ruhestätte haben.

Mit einem Beitrag zur Trauerhalle von Ansgar Brockmann, hrsg. von Renate Knigge-Tesche und Hedwig Brüchert im Auftrag des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e. V.

Sonderheft der Mainzer Geschichtsblätter, Mainz 2013, 378 Seiten, zahlreiche Abbildungen, fester Einband, 19,00 €

In fünfzig familiegeschichtlichen Porträts wird eine große Bandbreite jüdischer Mainzerinnen und Mainzer vorgestellt: bekannte und unbekannte, begüterte und weniger begüterte, Menschen aus unterschiedlichen Berufsfeldern, im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben der Stadt hoch engagierte und angesehene Persönlichkeiten wie auch jene, denen öffentliche Aufmerksamkeit weniger zuteil wurde. Manchen Familien waren seite vielen Generationen Mainzer Bürger, andere hatten sich erst Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts hier niedergelassen.

Wie auch immer der lebensgeschichtliche Hintergrund der vorgestellten Menschen aussah: keine der biographischen Skizzen ist frei von dem Bruch, der durch die Terrorherrschaft des NS-Regimes verursacht wurde. Auf fast allen Grabsteinen ist Platz freigehalten für die nachfolgenden Generationen – dieser Platz ist jedoch bis heute leer geblieben. Die von den Nationalsozialisten in den Todeslagern Ermordeten haben keine Grabstätte. Die Gräber der in der Emigration Verstorbenen befinden sich in Hendon und Washington Heights, in Buenos Aires und Melbourne, in Tel Aviv oder einem anderen weit entfernten Ort.

Ein Beitrag über die 1881 durch den damaligen Stadtbaumeister Eduard Kreyßig errichtete und vor kurzem originalgetreu restaurierte Trauerhallte rundet das Buch ab. Eine Liste aller (bis 1990) auf dem Neuen Jüdischen Friedhof bestatteten Personen mit Angaben der Grabstelle im Anhang des Buches ermöglicht Friedhofsbesuchern das rasche Auffinden eines gesuchten Grabes.

Abraham Shlomo Stub: Erinnerungen. Von Bobov über Magenza nach Jerusalem

Abraham Shlomo Stub: Erinnerungen. Von Bobov über Magenza nach Jerusalem. Aus dem Hebräischen übersetzt und herausgegeben von Andreas Lehnardt.

Sonderhefte der Mainzer Geschichtsblätter, herausgegeben vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. Mainz 2012.

150 Seiten, Abbildungen, Hardcover, ISSN 1435-8026, Preis: 10 Euro

Die Biographie von Abraham Shlomo Stub (1898–1987) zeichnet den bewegten Lebensweg einer jüdischen Kaufmannsfamilie nach. Das Geschäft „Stubs Quelle“ (Lotharstraße, Ecke Rosengasse – heute Adolf-Kolping-Straße) war in Mainz eine bekannte Adresse. Abraham Shlomo Stub kam aus Bobov, einem kleinen Shtetl in der Nähe von Krakau. In der chassidischen Frömmigkeit erzogen, gehörte er zu den Gründern des „Israelitischen Humanitätsvereins“ – eine kleine Gruppe innerhalb der jüdischen Gemeinschaft, die neben der orthodoxen Synagoge eine eigene Betstube in der Margaretengasse unterhielt. Während des Ersten Weltkrieges musste Stub wie viele Juden aus dem österreichisch-ungarischen Reich in der Armee dienen. Zunehmenden antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt, wurde er früh zu einem Unterstützer des religiös motivierten Zionismus. In Mainz gehörte er zu den führenden Persönlichkeiten des Misrachi, der religiös-zionistischen Bewegung. Nach der Pogromnacht des Jahres 1938 wurde er gezwungen, sein Geschäft zu verkaufen; über die Schweiz gelang ihm die Flucht nach Palästina. Im jungen Staat Israel kann sich die Familie eine neue Existenz aufbauen. Die mühevoll erlangten „Wieder-gutmachungen“ aus Deutschland vermögen die in der Zeit der Verfolgung und Vertreibung erlittenen Wunden kaum zu heilen. Stubs Biographie gewährt Einblicke in ein religiös-politisches Milieu in Israel, das durch die Shoa tief geprägt wurde. Vieles von dem, was Stubs Quelle in Mainz auszeichnete, wird in dem 1940 unter dem hebräischen Namen „Maʽayan Stub“ wiedereröffneten Geschäft fortgeführt. Bis heute ist das Geschäft der Familie Stub in Jerusalem ein Begriff.

„Hier sind meine Wurzeln,hier bin ich zu Haus.“ Das Leben der Gerti Meyer-Jorgensen, geborene Salomon, aufgezeichnet von Heinz Hemming

Redaktion: Hedwig Brüchert, herausgegeben vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. (Sonderheft der Mainzer Geschichtsblätter), Mainz 2010, 150 Seiten, Hardcover, zahlreiche Abbildungen, 10,-- €.
ISSN 1435-8026

ISBN 978-3-00-033311-8

Nach einer behüteten, glücklichen Kindheit und Jugend begann für Gerti Salomon aus Mainz 1933 eine Zeit der Ausgrenzung und Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Ihre Jugendliebe Muckl durfte sich mit ihr, der Jüdin, nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Eine berufliche Zukunft stand Gerti in Deutschland nicht offen. Wegen „Devisenvergehens“ wurde sie schließlich von der Gestapo verhaftet. Nach Verbüßung ihrer Gefängnisstrafe im Herbst 1940 bot nur die sofortige Flucht nach Shanghai die Rettung vor dem KZ. Doch das Leben in der von japanischen Truppen besetzten chinesischen Stadt, wo 18.000 bis 20.000 Juden Zuflucht fanden, war – besonders nach der Ausweitung des Zweiten Weltkriegs auf den Pazifik – von Entbehrungen, Gefahren und Not geprägt. Aber auch mit dem Ende des Krieges waren die existenziellen Sorgen nicht vorbei; vor den vielen staatenlosen Juden in Shanghai lag nun die schwierige Aufgabe, sich eine neue Existenz zu schaffen. Gerti Meyer-Jorgensen hat alle Krisen ihres Lebens mit großer Zuversicht und Energie gemeistert und nie den Lebensmut verloren. Und trotz der Verstoßung aus dem eigenen Land, trotz des Verlustes ihrer Familie hat sie sich die tiefe innere Verbindung und Liebe zu ihrer Geburtsheimat am Rhein, der Region, in der ihre Vorfahren seit Generationen verwurzelt waren, nicht austreiben lassen. Fast trotzig prägte sie den Satz: „Hier sind meine Wurzeln, hier bin ich zu Haus“, der Anfang der 1990er Jahre zum Titel eines Films über ihre Lebensgeschichte wurde.

 

Ludolf Pelizaeus: Innere Räume – äußere Zäune: Jüdischer Alltag im Rheingebiet im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit

Sonderheft der Mainzer Geschichtsblätter, hrsg. vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. Mainz 2010

ISSN 1435-8026, 174 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover, Preis: 10,00 €.
Erhältlich im Buchhandel und über den Verein (zuzüglich Versandkosten).

In einem vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert gespannten Bogen werden von neun Autorinnen und Autoren aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen Aspekte des jüdischen Lebens im Rheingebiet beleuchtet. Es handelt sich um die Beiträge einer Vortragsreihe, veranstaltet vom Interdisziplinären Arbeitskreis „Kurmainz und der Erzkanzler des Reiches“. Die Judenpolitik der Mainzer Erzbischöfe und Reichserzkanzler spielte stets eine entscheidende Rolle für die Ansiedlungsmöglichkeiten und Lebensbedingungen dieser religiösen Minderheit in Kurmainz, wo sich trotz wiederholter Verfolgungen im Mittelalter Zentren des geistigen und kulturellen Lebens herausbildeten.

Im vorliegenden Band finden zudem die Mythen der jüdischen Siedlungskontinuität in den Städten Köln, Mainz, Worms und Speyer sowie ihre Hintergründe, die jüdische Dichtung aus Mainz, die in den gesamten aschkenasischen Raum ausstrahlte, sowie die Architektur von Kultbauten (Synagogen und Mikwen) in den mittelalterlichen rheinischen Städten eine epochenüberschreitende Darstellung. Weitere Beiträge widmen sich schließlich der bedeutenden Buch- und Handschriftenproduktion der jüdischen Gemeinden in der Region, den Rabbinern der Gemeinden Bingen und Mainz vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit sowie dem erfolgreichen Wirken jüdischer Ärzte seit dem Mittelalter bis zum Berufsverbot und ihrer Vernichtung durch die Nationalsozialisten.

Die einzelnen Beiträge:

Lucia Raspe: Jerusalem am Rhein: Anfänge jüdischen Lebens in Deutschland im Mittelalter

Elisabeth Hollender: Jüdische Poesie aus Mainz

Andreas Lehnardt: Hebräische Handschriften- und Buchproduktion in Mainz

Werner Marzi, Ulrich Hausmann: Die Judenpolitik der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten in der Frühen Neuzeit (1462-1694). Eine Übersicht

Stefan Litt: Rabbiner und jüdische Gelehrte im Kurfürstentum Mainz während der Frühen Neuzeit

Ursula Reuter: Die jüdische Gemeinde Worms und ihr Umland in der Frühen Neuzeit

Dethard v. Winterfeld: Jüdische Kultbauten am Rhein

Werner Friedrich Kümmel: Jüdische Ärzte in Deutschland – mit besonderer Berücksichtigung der Beispiele Mainz und Wiesbaden

 

Die Mainzer Synagogen

Ein Überblick über die Mainzer Synagogenbauwerke, mit ergänzenden Beiträgen über bedeutende Mainzer Rabbiner, das alte Judenviertel und die Bibliotheken der jüdischen Gemeinden.

Mit Beiträgen von Dieter Krienke, Andreas Lehnardt, Leo Trepp, Ingrid Westerhoff und Gabriele Ziethen, hrsg. von Hedwig Brüchert im Auftrag des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V.

Sonderheft der Mainzer Geschichtsblätter, Mainz 2008, ISSN 1435-8026, 186 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover, Preis: 12,00 €. Erhältlich im Buchhandel und über den Verein (zuzüglich Versandkosten).


Kurzbeschreibung

Dieses Buch will die aus dem Mainzer Stadtbild verschwundenen Synagogen und damit einen wichtigen Teil der Geschichte der traditionsreichen Mainzer jüdischen Gemeinde dokumentieren. Gleichzeitig wird an wichtige Rabbiner, die in vergangenen Jahrhunderten in dieser Stadt wirkten, und an die bedeutenden jüdischen Bibliotheken in Mainz erinnert.
Unter den Baumeistern der prächtigen Mainzer Synagogen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts finden sich bekannte Namen, wie Ignaz Opfermann, Eduard Kreyßig und Willy Graf. Die meisten dieser Gotteshäuser wurden im November 1938 geschändet und zerstört; die niedergehenden Bomben im Krieg machten dann auch noch die Reste der Bauwerke dem Erdboden gleich. Abgesehen von der restaurierten kleinen Weisenauer Synagoge künden heute nur noch einige Gedenktafeln von den früheren Gebetsstätten und Lehrhäusern der Mainzer Juden.
Doch der Band ruft nicht nur Verlorenes in Erinnerung, sondern bietet auch einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Vorgestellt wird der Entwurf des Architekten Manuel Herz für ein neues jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge, das schon bald am Standort der früheren Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße entstehen wird.


Inhaltsübersicht

Leo Trepp: Mainzer Rabbiner in Mittelalter und Neuzeit

Gabriele Ziethen: Leben im Umfeld der Synagoge – das Mainzer Judenviertel

Ingrid Westerhoff: Die Synagoge von Ignaz Opfermann von 1853

Leo Trepp: Ein vernichtetes und vergessenes Heiligtum in Mainz. Die Synagoge in der Flachsmarktstraße

Ingrid Westerhoff: Die orthodoxe Synagoge in der Flachsmarktstraße von Stadtbaumeister Eduard Kreyßig

Dieter Krienke: „Eine Zierde unserer geliebten Vaterstadt“. Die Mainzer Hauptsynagoge von Willy Graf (1912)

Dieter Krienke: Weisenau – Synagoge und Mikwen. „Wiederentdeckung“ und Rettung der Weisenauer Synagoge

Dieter Krienke: Die Synagogen der Mainzer Vororte Bretzenheim, Ebersheim, Hechtsheim und Kastel

Ingrid Westerhoff: Provisorien nach 1945 – Die Betsäle in der Turnhalle der Feldbergschule und im Gemeindezentrum in der Forsterstraße 2

Ingrid Westerhoff: Jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge. Das Neubauprojekt von Manuel Herz

Andreas Lehnardt: Die Bibliotheken in den jüdischen Gemeinden von Mainz

 

Renata Schwarz: Von Mainz nach La Paz. Kindheit eines jüdischen Mädchens in Deutschland und Flucht nach Bolivien

Herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Hedwig Brüchert. Mit einem Beitrag von Patrik von zur Mühlen.
Sonderheft der Mainzer Geschichtsblätter, herausgegeben vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. Mainz 2007, 165 Seiten. Preis: 10,00 Euro. Bezug über den Buchhandel (ISSN 1435-8026) oder per E-mail: hedwig.bruechert(at)uni-mainz.de

Aus dem Klappentext:

Renata Schwarz, geb. Rosenthal, wurde 1926 in Groß-Gerau geboren und erlebte eine glückliche Kindheit als behütete Tochter einer angesehenen jüdischen Familie. Dies änderte sich schlagartig, als sie 1933 eingeschult wurde und ihr von ihrem ersten Lehrer, einem überzeugten Nationalsozialisten, rasch klargemacht wurde, dass Juden nun in Deutschland Menschen zweiter Klasse waren. 1934 zog Familie Rosenthal nach Mainz um, nachdem der Vater infolge der zunehmenden Repressalien gegen jüdische Geschäftsleute in der Kleinstadt seine Metzgerei nicht mehr weiterführen konnte. In Mainz besuchte Renata die Jüdische Bezirksschule in der Hindenburgstraße und erlebte hier einige Jahre lang eine relativ unbeschwerte Schulzeit, bis sie eines Morgens, am 10. November 1938, vor der noch brennenden Synagoge und dem zerstörten Schulgebäude stand. An diesem Tag wurde auch die elterliche Wohnung in der Kaiserstraße von Nazihorden verwüstet. Eine rasche Auswanderung – die der Vater, Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg und vaterlandsliebender Deutscher, bisher immer abgelehnt hatte – schien nun die einzige Lösung. Wegen der hohen Quotennummer zerschlug sich jedoch die Hoffnung auf ein Einreisevisum für die Vereinigten Staaten. Als letzter Ausweg bot sich Bolivien in Südamerika als Zuflucht an. Unter dramatischen Umständen verließ die Familie am Tag des Kriegsbeginns deutschen Boden. Die Schwierigkeiten, im ungesunden Klima von La Paz auf mehr als 3000 Metern Höhe, nach dem Verlust all ihrer Besitztümer und nach wiederholten Rückschlägen in dem fremden Land Fuß zu fassen, schienen schier unendlich, doch die Rosenthals gaben nicht auf und schafften es mit bewundernswertem Mut und Gottvertrauen, sich ein neues Leben aufzubauen.

In Kontext gesetzt auf: danares.wordpress.com/2013/11/10/denk-ich-an-mainz-in-der-nacht/

 

Pierre Cordier: Als Zwangsarbeiter auf der Schiffswerft in Mainz-Gustavsburg 1943-45.

Sonderheft der Mainzer Geschichtsblätter, herausgegeben vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. Erschienen Dezember 2005 in Mainz. Herausgegeben , übersetzt und eingeleitet von Hedwig Brüchert. 93 Seiten, mehrere Abbildungen, ISSN-Nr. 1435-8026, Preis: 6,00 Euro. Bezug über den Buchhandel (oder per E-mail: hedwig.bruechert(at)uni-mainz.de).

Aus dem Klappentext:

Im Februar 1943 wurde der achtzehnjährige Pierre Cordier aus seiner Heimatstadt Remiremont in den Vogesen als Arbeiter auf die Schiffswerft Mainz-Gustavsburg gebracht. Er war einer von mehreren hunderttausend Franzosen, die im Rahmen des "Service du Travail Obligatoire" zur Arbeit im Deutschen Reich zwangsverpflichtet wurden. Er litt nicht nur unter Heimweh, unter der ungewohnt schweren körperli-chen Arbeit, der beengten Unterbringung und dem ständigen Hunger, sondern auch unter der herrischen, feindseligen Art einzelner Vorgesetzter. Hinzu kam die Todesangst während der Luftangriffe, die gegen Kriegsende im Rhein-Main-Gebiet immer bedrohlicher wurden. Ein Fluchtversuch schlug fehl. So musste er bis zur Befreiung durch die U.S.-Truppen im März 1945 ausharren. Viele Jahre später schrieb er seine Erinnerungen an diese einschneidende Zeit nieder. Darin berichtet er sehr einfühlsam und scharf beobachtend, mit Humor und feiner Ironie über deutsche Kollegen und Vorgesetzte - einige darunter fanatische Nazis, andere hilfsbereit, human und kritisch gegenüber der NS-Kriegspolitik -, über das Zusammenleben mit den ausländischen Kollegen aus vielen europäischen Ländern, über die vielen angstvollen Stunden in den Luftschutz-räumen und über die kleinen Momente der Freundschaft und des Glücks, die es in diesen trostlosen zwei Jahren ebenso gab. Aus seinem Text spricht auch das tiefe Mitgefühl, das er für die deutsche Zivilbevölkerung empfand, wenn er nach schweren Luftangriffen die Stadt Mainz brennen sah. Trotz der schlimmen Erfahrungen, die er während der Zeit des Nationalsozialismus hier gemacht hatte, fühlte sich Pierre Cordier sein Leben lang mit der Region Mainz und der Mainspitze und ihren Menschen eng verbunden."

"Die Gegenwart der Vergangenheit" - Dokumentation anlässlich des 60. Jahrestages der Zerstörung der Stadt Mainz und des Endes des Zweiten Weltkrieges: 27. Februar 2005 - 27. Februar 1945

Dieses Sonderheft enthält auch den Katalog zur Fotoausstellung des Stadtarchivs Mainz: Zerstört, besiegt, befreit - Mainz 1945.

Herausgegeben wurde dieses Sonderheft der Mainzer Geschichtsblätter im Auftrag der Stadt Mainz, des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V. und des Stadtarchivs Mainz von Hans Berkessel im Jahr 2005.

ISBN: 1435-8026, Sonderpreis: 5 €, 82 Seiten

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:

  • Hans Berkessel: Die Gegenwart der Vergangenheit Erinnern und Gedenken 60 Jahre nach Kriegsende (Vorwort des Herausgebers)
  • Jens Beutel
    Der 27.  Februar 1945 als fester Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der Stadt Mainz
    (Ansprache des Mainzer Oberbürgermeisters bei der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt Mainz am 27. Februar 2005)
  • Prof. Dr. Norbert Frei
    60 Jahre nach Hitler - die Gegenwart der Vergangenheit
    Vortrag des Zeithistorikers der Friedrich-Schiller-Universität
    Jena zum 27. Februar 2005
  • Hans Berkessel (Bearbeitung)
    Die Bombardierung von Mainz vor 60 Jahren -
    Erinnern um der Zukunft willen
    Auszüge aus dem Podiumsgespräch der Projektgruppe der Evangelischen Stadtkirchenarbeit am 3. März 2005 im Mainzer Rathaus
  • Dr. Frank Teske
    Zerstört, besiegt, befreit - Mainz 1945
    Katalog der Fotoausstellung des Stadtarchivs Mainz
  • Die Gegenwart der Vergangenheit
    60. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Mainz
    Veranstaltungsprogramm

Paul Simon (1884-1977): Meine Erinnerungen (vergriffen)

Das Leben des jüdischen Deutschen Paul Simon, Rechtsanwalt in Mainz.

Bearbeitet von Tillmann Krach. Hrsg. von Tillmann Krach in Verbindung mit dem Verein für Sozialgeschichte Mainz. e. V. Mainz 2003, 120 Seiten, zahlreiche Abbildungen (vergriffen)

 

 

 

Stadtführer "Auf den Spuren des Nationalsozialismus durch Mainz"

Teil I: Rundgang zu den Stätten des Nationalsozialismus im Bereich der Innnenstadt (25 Stationen, mit Stadtplan).

Teil II : Stätten des Nationalsozialismus außerhalb des Innenstadtrundgangs (mit Plan).

Herausgegeben vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V., bearbeitet von Jan Storre, Neuauflage, überarbeitet von Hedwig Brüchert und Markus Würz, Mainz 2011, Preis: 3 €

 

 

 

 


Täter als Opfer - Opfer als Täter. Gedenken und Mahnen. Die Zerstörung der Stadt Mainz 27. Februar 1945. Hrsg.: Hans Berkessel, 1996, 150 Seiten (vergriffen)

Inhalt: Markus Schuster: Täter als Opfer - Opfer als Täter. Die Fotoinstallationen H. Berkessel: Podiumsgespräch "Ihr, die ihr überlebtet in gestorbenen Städten". Zentrale Gedenkveranstaltung am 5. März 1995 im Dom. Ludwig Harig: Weh dem, der aus der Reihe tanzt - Auszüge aus Lesung. Friedrich Schütz: Frühling 1945 - das Kriegsende in Mainz. Guido Knopp: Der Verdammte Krieg - nach 50 Jahren. Manfred Köhler: Der Neubeginn 1945-1947 im Spiegel des Neuen Mainzer Anzeigers. P.Baumeister/A.Herrgesell/H.Hadidi: Schule und Schüler zwischen Zerstörung und Neubeginn.

Die Neustadt gestern und heute. 125 Jahre Mainzer Stadterweiterung. Festschrift. Hrsg.: Hedwig Brüchert. 1997, 247 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen (vergriffen)

Inhalt: Marion Witteyer: Römisches aus dem "Gartenfeld". Michael Kläger: Die Mainzer Stadterweiterung und ihre Vorgeschichte. Paul-Georg Custodis: Stadtbaumeister Eduard Kreyßig und seine Planungen für die Mainzer Neustadt. Hedwig Brüchert: Vom Gartenfeld zur Neustadt. Ein Streifzug durch die 125-jährige Geschichte des Stadtteils.Inge Reitz-Sbresny: So war's - Kindheitserinnerungen. Peter Schau: Verkehrsberuhigung in der Mainzer Neustadt. Andreas Paul: Freiräume der Mainzer Neustadt. Entwicklungschancen für das innere und äußere Grünsystem. Jürgen Steiner: Schott - Nachbar der Mainzer Neustadt. Günter Minas: Ein Spaziergang zur Kunst in der Neustadt. Oliver Bördner: Die sozialen Lebensräume in der Mainzer Neustadt. B. Drenkard-Heim/S. Roth/E. Trost-Kolodziejski: Die Mainzer Neustadt im Jahr 1997 - Soziale Situation und Perspektiven. Anne Steiner: Quer dorschs Gaadefeld - Mundartgeschichten. Geselligkeit, Freizeit, Nachbarschaft, Hilfe. Vereine und Einrichtungen der Neustadt stellen sich vor.

 

"Kriegsbilder". Fotografische Einblicke in den Kriegsalltag Sowjetunion 1941/42 aus der Sammlung Georg Gundlach. Hrsg.: Hans Berkessel u. Sabine Klapp, 1999, 128 Seiten, Sonderpreis EUR 5,-

Inhalt: Dokumentation mit zahlreichen Fotos aus der Sammlung Georg Gundlach. Mit zwei Textbeiträgen: Hans-Erich Volkmann: Verbrechen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg Gerhart Hass: Belagerung und Verteidigung Leningrads (1941-1944). Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung im Mainzer Rathaus August/September 1999