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Aktuelle Veranstaltungen

Stolpersteinverlegung am 6. Mai 2022

Am 6. Mai 2022 werden ab 13.00 Uhr in der Mainzer Innenstadt neue Stolpersteine verlegt. Gemeinsamt mit der Stadt Mainz laden wir Sie herzlich ein an der Verlegung der Stolpersteine teilzunehmen.

An folgenden Orten werden  Stolpersteine verlegt:

Beginn 13.00 Uhr Markt 5
Karl Kern

Ca. 13.30 Uhr Schusterstraße 10
Dr. Arthur Levy
Oskar und Annie Levy, geb. Oppenheim

Ca. 14.05 Uhr Margaretengasse 1
Chaim Ephraim und Sara Zeitin, geb.Saffra sowie ihre erwachsenen Kinder Anna und Isaak Zeitin

Ca. 14.30 Uhr Löwenhofstraße 3
Martha Bassing, geb. Maas

Ca. 15.10 Uhr Hintere Bleiche 25
Aloys Valentin und Lydia Krist, geb. Culp

Ca. 15.50 Uhr Kaiserstraße 55
Alice Kronenberger, geb. Kaufmann

Ca. 16.20 Uhr Rheinallee 5
Hermann und Flora Reiling, geb. Rosenthal

Die Stiftung „Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz Mainz“ veröffentlicht im Anschluss an die Verlegungen neue Inhalte auf ihrer Stolperstein-Website und stellt die Biografien der vom NS-Regime verfolgten Menschen vor.

„Post ins gelobte Land“ von Anna Seghers

Historischer Vortrag und literaturhistorische Einführung von Hans Berkessel mit anschließender Lesung der Erzählung „Post ins gelobte Land“ von Anna Seghers durch die Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt

Hedwig Reiling (1880–1942) stammte aus der angesehenen jüdischen Frankfurter Kaufmannsfamilie Fuld. Sie heiratete Isidor Reiling, den Juniorpartner des erfolgreichen und international angesehenen Antiquitätengeschäftes David Reiling, der dieses zusammen mit seinem Bruder Hermann in der Flachsmarktstraße betrieb. Mit der Machtübernahme des NS-Regimes begann auch für die Reilings eine Zeit der Diskriminierung und Verfolgung. Nach dem Novemberpogrom vom 9./10.11.1938 wurden auch sie in einem der so genannten „Judenhäuser“ in der Taunusstraße 31 auf engstem Raum zusammengepfercht.

Am 10. März 1940, zwei Tage nach der Zwangsarisierung seines Geschäftes, starb Isidor Reiling an den Folgen eines Schlaganfalls. So musste er den entwürdigenden Abtransport seiner Frau Hedwig am 20. März 1942 nicht mehr miterleben. Zusammen mit 450 weiteren Mainzer Juden wurde sie in das Lager Piaski bei Lublin deportiert. Am 30. März 1942 traf Hedwig Reiling dort ein, wo sich ihre Spur ohne ein weiteres Lebenszeichen verliert. 
In ihrer Erzählung Post ins gelobte Land, die um 1944 im mexikanischen Exil entstanden ist, erzählt Anna Seghers die Geschichte des Juden Jakob Levi, der vor dem Ersten Weltkrieg als erfolgreicher Augenarzt in Paris praktizierte. Sein Vater Jonathan, der ein russisches Judenpogrom überlebt hatte und nach langer Odyssee glücklich in Paris bei einem Bruder aufgenommen worden war, hatte nur einen Wunsch: ins gelobte Land zu reisen und seinen Lebensabend in einem Jerusalemer Altenheim zu verbringen. Vor der Abreise nahm er seinem Sohn das Versprechen ab, ihm regelmäßig zu schreiben und vom Leben der Familie in Paris zu berichten.

Beginn: Sonntag, 14. November, 18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Mainzer Kammerspiele, Malakoff Passage, Rheinstraße 4, 55116 Mainz
Die Veranstaltung findet im Rahmen der jüdischen Kulturtage statt.

Hinweis
Die Teilnahme ist kostenlos.
Eine Anmeldung unter der Angabe der Kontaktdaten ist erforderlich.
E-Mail: cornelia.dold(at)haus-des-erinnerns-mainz.de.
Tel.: 06131/617 74 47

Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz Mainz in Kooperation mit dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V., der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V. und der Landeshauptstadt Mainz | Amt für Kultur und Bibliotheken

Kontaktaufnahme: Rundgänge

Bitte richten Sie Fragen zu den Rundgängen oder Buchungswünsche für einen individuellen Termin an diese E-Mail-Adresse des Vereins für Sozialgeschichte.