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Aktuelle Veranstaltungen

Musikalische Lesung "Sag mir wo die Dichter sind"

[Bild: Martina Göhring]

Trotz Verfolgung haben sie ihre einzigartige Handschrift in humoristischen Geschichten, unverwechselbarer Lyrik und unvergessenen Liedern hinterlassen. Das von Marlene Dietrich gesungene "Sag mir wo die Blumen sind" entstammt der Feder des ungebrochenen Max Colpet und "Sei klug und halte dich an Wunder" sind Mascha Kalékos lyrische Gedanken an das Leben. Die ersten veröffentlichten Gedichte – unter anderem in der Dada-Zeitschrift "Jedermann sein eigner Fußball" – zeugen früh von dem kabarettistischen Wortwitz des knapp dem KZ entkommenen Walter Mehring. Willi Hagens Kabarett "Die Rosenrote Brille" hat nicht überlebt, aber seine witzige Lyrik verdient ein Andenken. 

Beginn: 10. Oktober 2021, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Mainzer Kammerspiele, Rheinstraße 4 / Fort Malakoff Park, 55116 Mainz.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Jüdischen Kulturtage statt.

Hinweis
Eine Anmeldung unter der Angabe der Kontaktdaten ist erforderlich.
Telefon: 06131 6177447
E-Mail: cornelia.dold@haus-des-erinnerns-mainz.de 

Ein Projekt des Haus des Erinnerns - für Demokratie und Akzeptanz in Kooperation mit der Landeshauptstadt Mainz (Amt für Kultur und Bibliotheken) und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V.

Buchvorstellung und Lesung „Sommer 1934“

„Sommer 1934, oder wie der Führer mir meine erste Liebe ausspannte

Jakob Felsenthal, ein Maler aus England, kehrt nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder in seine Pfälzer Heimat zurück. Der Anlass: 60 Jahre nach der Reichspogromnacht soll es für ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger ein Wiedersehen mit den Stätten ihrer Jugend geben. Für Felsenthal wird die Reise zu einem zwiespältigen Erlebnis. Einerseits erlebt er ein verändertes Deutschland, das die ehemaligen Pfälzerinnen und Pfälzer mit offenen Armen empfängt. Andererseits gerät der Ausflug aber auch zu einer schmerzhaften Reise in die eigene Vergangenheit. Erinnerungen an den Verlust einer unbeschwerten Kindheit werden wach und an die erste große Liebe, die durch die aufkommenden Nürnberger Rassegesetze ein jähes Ende erfährt.

Andreas Berg ist 1959 in Wiesbaden geboren. Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Seit 1987 Kulturredakteur und Filmemacher beim SWR. Seit der Studienzeit schriftstellerisch tätig, veröffentlichte er vier Lyrikbände, außerdem Texte in zahlreichen Anthologien. 1979 gründete er die Gruppe Lyrik & Musik, mit der er ein Rezitationsprogramm zu seinen Texten erarbeitete. 2015 erschien sein erster Roman 'Schabbat Schalom an der Seine. Rückblende einer verpassten Liebe'. 2019 wurde er mit dem Kulturpreis des Rheingau-Taunus-Kreises in der Sparte Literatur ausgezeichnet.

Beginn: Sonntag, 31. Oktober 2021, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Mainzer Kammerspiele, Malakoff Passage, Rheinstraße 4, 55116 Mainz
Die Veranstaltung findet im Rahmen der jüdischen Kulturtage statt.

Hinweis
Die Teilnahme ist kostenlos.
Eine Anmeldung unter der Angabe der Kontaktdaten ist erforderlich.
E-Mail: cornelia.dold(at)haus-des-erinnerns-mainz.de
Tel.: 06131/617 74 47

Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz Mainz in Kooperation mit dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. und der Landeshauptstadt Mainz | Amt für Kultur und Bibliotheken

„Post ins gelobte Land“ von Anna Seghers

Historischer Vortrag und literaturhistorische Einführung von Hans Berkessel mit anschließender Lesung der Erzählung „Post ins gelobte Land“ von Anna Seghers durch die Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt

Hedwig Reiling (1880–1942) stammte aus der angesehenen jüdischen Frankfurter Kaufmannsfamilie Fuld. Sie heiratete Isidor Reiling, den Juniorpartner des erfolgreichen und international angesehenen Antiquitätengeschäftes David Reiling, der dieses zusammen mit seinem Bruder Hermann in der Flachsmarktstraße betrieb. Mit der Machtübernahme des NS-Regimes begann auch für die Reilings eine Zeit der Diskriminierung und Verfolgung. Nach dem Novemberpogrom vom 9./10.11.1938 wurden auch sie in einem der so genannten „Judenhäuser“ in der Taunusstraße 31 auf engstem Raum zusammengepfercht.

Am 10. März 1940, zwei Tage nach der Zwangsarisierung seines Geschäftes, starb Isidor Reiling an den Folgen eines Schlaganfalls. So musste er den entwürdigenden Abtransport seiner Frau Hedwig am 20. März 1942 nicht mehr miterleben. Zusammen mit 450 weiteren Mainzer Juden wurde sie in das Lager Piaski bei Lublin deportiert. Am 30. März 1942 traf Hedwig Reiling dort ein, wo sich ihre Spur ohne ein weiteres Lebenszeichen verliert. 
In ihrer Erzählung Post ins gelobte Land, die um 1944 im mexikanischen Exil entstanden ist, erzählt Anna Seghers die Geschichte des Juden Jakob Levi, der vor dem Ersten Weltkrieg als erfolgreicher Augenarzt in Paris praktizierte. Sein Vater Jonathan, der ein russisches Judenpogrom überlebt hatte und nach langer Odyssee glücklich in Paris bei einem Bruder aufgenommen worden war, hatte nur einen Wunsch: ins gelobte Land zu reisen und seinen Lebensabend in einem Jerusalemer Altenheim zu verbringen. Vor der Abreise nahm er seinem Sohn das Versprechen ab, ihm regelmäßig zu schreiben und vom Leben der Familie in Paris zu berichten.

Beginn: Sonntag, 14. November, 18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Mainzer Kammerspiele, Malakoff Passage, Rheinstraße 4, 55116 Mainz
Die Veranstaltung findet im Rahmen der jüdischen Kulturtage statt.

Hinweis
Die Teilnahme ist kostenlos.
Eine Anmeldung unter der Angabe der Kontaktdaten ist erforderlich.
E-Mail: cornelia.dold(at)haus-des-erinnerns-mainz.de.
Tel.: 06131/617 74 47

Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz Mainz in Kooperation mit dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V., der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V. und der Landeshauptstadt Mainz | Amt für Kultur und Bibliotheken

Kontaktaufnahme: Rundgänge

Bitte richten Sie Fragen zu den Rundgängen oder Buchungswünsche für einen individuellen Termin an diese E-Mail-Adresse des Vereins für Sozialgeschichte.