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Lesung mit Gaby Reichardt: Cordelia Edvardson. Gebranntes Kind sucht das Feuer (23. Mai, 18:30 Uhr, Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz)

© Gaby Reichardt

Einladung zur Lesung mit Gaby Reichardt aus: Cordelia Edvardson. Gebranntes Kind sucht das Feuer

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Wann: Mittwoch, 23. Mai 2018, 18.30 Uhr

Wo: im Lesesaal der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek, Rheinallee 3B, 55116 Mainz

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

 

Ablauf

Begrüßung
Dr. Stephan Fliedner
Direktor der Bibliotheken der Stadt Mainz

Einführung
Hans Berkessel

Lesung
Gaby Reichardt

Cordelia Edvardson wurde 1929 als uneheliche Tochter der aus Alzey stammenden deutschen Schriftstellerin Elisabeth Langgässer und des Staatsrechtlers Hermann Heller in München geboren. Sie wuchs bis 1943 bei ihrer Mutter, der Großmutter und einem Onkel in Berlin auf. 1943 versuchte Elisabeth Langgässer Rassegesetzbestimmungen der Nationalsozialisten zu umgehen und ihre von der Deportation bedrohte Tochter zu schützen, indem sie Cordelia von einem spanischen Ehepaar adoptieren ließ. Die Gestapo drohte jedoch der Tochter an, ihre Mutter und deren Familie zu verfolgen, wenn sie nicht bereit wäre, eine doppelte Staatsbürgerschaft anzunehmen, wodurch sie erneut den geltenden Gesetzen unterworfen war. Schließlich wurde sie nach Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert. 1945 erlebte sie die Befreiung mit und wurde mit einem „Weißen Bus“ nach Schweden gebracht, wo sie bis in die 1970er Jahre lebte und als Journalistin arbeitete. Ihre Mutter erfuhr erst ein Jahr nach Kriegsende durch Bemühungen ihrer rheinhessischen Schriftstellerkollegin Anna Seghers, die Kontakte nach Schweden hatte, dass Cordelia überlebt hatte. Erst 1949 trafen sich beide kurz vor dem Tod der Mutter zum ersten Mal wieder. Während des Jom-Kippur-Krieges zog Cordelia Edvardson nach Israel. Im Herbst 2006 zog sie nach Stockholm zurück. Für ihr autobiographisches Buch „Gebranntes Kind sucht das Feuer“ erhielt Edvardson den Geschwister-Scholl-Preis. 2001 erhielt sie den Königlichen Preis der Schwedischen Akademie. Im Jahr 2012 starb sie in Stockholm.

Diese Lesung gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung:
Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz,
13. April bis 14. Juli 2018 im Mainzer Rathaus.

Veranstalter:

Eine gemeinsame Veranstaltung des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., des Hauses des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz Mainz, des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e. V. und der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek.

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